Mike Postle

Der Fall Mike Postle – Poker Betrug oder der beste Spieler aller Zeiten?

Das Poker spielen nicht nur ein Glücksspiel ist, ist bereits hinlänglich bekannt. Nun diskutiert die Poker Community jedoch über einen sehr skurillen Fall. Ein Pokerspieler der nie verliert und immer perfekte Entscheidungen trifft. Der Fall – Mike Postle

Wer ist Mike Postle?

Mike Postle ist ein US amerikanischer Pokerspieler der eher in den kleineren Limits vertreten ist. Mit Turnier Buy ins zwischen $50 und 100$ konnte er seit 2004 insgesamt $536.452 einstreichen, wie man in seinem Hendon Mob Profil einsehen kann. All diese Gewinne erzielte er in nur 4 Städten – Lincoln, Las Vegas, Tunica und Citrus Height. Dies ist an sich noch nichts besonderes. Wenn man die Menge an gespielten Turnieren und den Zeitraum bedenkt rangiert Mike Postle damit nur im Mittelfeld in der Pokerscene. Skurill wird es erst dann, wenn Mike Postle am Cash Game Tisch der Stones Gambling Hall Platz nimmt. Dann verwandelt sich der Durchschnitts Turnier Spieler plötzlich in eine Pokermaschine, die so gut wie nie ein Minus verzeichnet und preflop und postflop immer die richtigen Entscheidungen trifft – selbst wenn diese oft nicht nachvollziehbar sind. Den Kommentatoren des Live-Streams wirft man unterdessen vor Mike Postle nie zu kritisieren. Stattdessen betiteln die Kommentatoren Mike Postle als den großartigsten Spieler der Welt, mit unglaublichen Soul Read Fähigkeiten. Was kann man Mike Postle nachweisen und welche Rolle spielt das Casino dabei?

$30 Millionen Klage

Insgesamt 25 Spieler haben sich zusammen geschlossen und Klage gegen das Casino, Mike Postle und den Turnierdirektor Justin Kuraitis eingereicht. Jeweils $10 Millionen verlangt man pro beklagter Partei.

Unter den Klägern befinden sich auch durchaus namhafte Spieler wie Jaman Burton und Jeff Sluzinski. Ausschlaggebend für die Klage war am Ende jedoch Veronica Brill. Sie verklagt das Casino um zusätzliche $ 1000, da ihre Anschuldigungen nicht ernst genommen wurden.

Wie begründet man den Betrugsverdacht?

Im Poker ist so ziemlich alles möglich. Sei es ein Tom Dwan, der wie aus dem Nichts in die höchsten Limits der Pokerscene aufgestiegen ist oder ein Daniel Negreanu der mit scheinbar magischen Fähigkeiten die Hände seiner Gegner lesen kann. Selbst Spieler in den kleineren Limits können ein Limit so hart crushen, dass so mancher Profispieler vor Neid erblasst.

Was ist also so außergewöhnlich an Mike Postle?

Der große Unterschied zwischen den oben genannten Profispielern und Mike Postle liegt auf der Hand oder besser gesagt in den Händen die Mike Postle spielt. Während sogar die besten Spieler der Welt, mit den unglaublichsten Skillz, immer wieder unweigerlich Fehler machen, spielt Mike Postle ein nahezu perfektes Game. Sei es ein misslungener Bluff, ein falscher Read oder der berühmte Bad Beat. Oder Fortuna beglückte an diesem Abend nur die Gegner und man konnte trotz besserem Spiels keinen Gewinn erzielen. Jeder Spieler kennt das. Mike Postle hat dafür nur ein müdes lächeln übrig.

Immerhin spielt er zu beinahe 100% immer richtig. Seine Bluffs sitzen immer perfekt, sein Postflop Spiel sucht seines gleichen und niemand anderer schafft es mit marginalen Händen einen Pot derart eskalieren zu lassen wie Mike Postle.

Wenn man bedenkt wie viele spekulative Hände er zu seinen Gunsten entscheidet, umso erstaunlicher sind manche seiner Laydowns. Auf einem K84 Board hält Mike Postle AK. Eine sehr starke Hand in diesem Spot. Folded aber instead auf einen Bet. Ergibt eigentlich keinen Sinn. Umso erstaunlicher dass sein Gegner ausgerechnet ein Set mit 88 hält und Mike Postle auf wundersame Weise wieder einmal die richtige Entscheidung getroffen hat.

Neben all diesen Aspekten ist noch eine Sache sehr auffällig. Obwohl in den meisten Card Casinos Handyverbot herrscht, wird dieser Regel meist nur halbherzig nachgegangen. So auch bei Mike Postle, der immer wieder auf sein Handy blickt, bevor er eine Entscheidung trifft. Dabei achtet er akribisch darauf, dass niemand anderer das Handydisplay sehen kann.

Mike Postle mit einem gelungenen Bluff am River, gegen zwei Spieler.

Auch im 2+2 Forum ist Mike Postle längst ein Thema und die Mehrheit der Nutzer geht hier von Betrug aus. Dort hat man sich ausgerechnet, dass Mike Postle eine hourly Rate, also einen Stundensatz von $1400 aufweisen kann. Und das ausschließlich mit Limits von $1/$3 bis $5/$5. Die letzten 11 Sessions von ihm brachten ihm also im Durchschnitt $56 pro Hand. Jede einzelne Session hat er mit einem Plus abgeschlossen.

Doug Polk geht der Sache nach

Doug Polk ist ein Profispieler aus den USA. Er ist stolzer Besitzer von drei Bracelets der World Series of Poker. Seit 2016 betreibt er einen Youtube Kanal in dem er sich ausschließlich dem Thema Poker widmet. Seinen 275.000 Abonnenten liefert er regelmäßig Handanalysen, Spiele-Tipps und Neuigkeiten. Seit kurzem widmet er sich auch dem Fall Mike Postle und hat bereits mehrere Videos dazu online gestellt.

Darin analysiert er Hände von Mike Postle, kritisiert die Reaktionen der Kommentatoren und führt Interviews mit den Klägern wie Veronika Brill oder Matt Berkey. In seiner Wortwahl ist Doug Polk sehr direkt aber auch vorsichtig wenn es darum geht von eindeutigem Betrug zu sprechen – wahrscheinlich um  sich selbst nicht juristisch angreifbar zu machen.

Welche Rolle spielt das Casino?

Im Stones Casino ist Mike Postle kein Unbekannter. Er steht in engem Kontakt mit den Turnierveranstaltern. Eine eigene Turnierserie “Dream Seat“ soll Mike Postle sogar selbst entworfen haben. Zumindest behauptet er das auf seinem Twitter-Profil. Mittlerweile hat er diese Meldung aber wieder entfernt.

Noch viel interessanter sind aber die Reaktionen des Kommentatoren-Teams.

Egal wie abstrus die Spielweise von Mike Postle auch ist, wie oft er Entscheidungen trifft die keinen Sinn ergeben oder er seine marginalen Hände eskalieren lässt – das Kommentatoren-Team findet es immer großartig und findet irgendeine Rechtfertigung. Unglaublicher Soulread, Mike Postle the Genius oder andere ausgefallene Wortmeldungen. Es ist wahrscheinlicher auf der Straße einen Koffer voll Geld zu finden, als dass die Kommentatoren Mike Postles Spielweise als sinnbefreit entlarven.

Ist die Spielweise von Mike Postle einmal so abstrus, dass selbst die Kommentatoren es nicht rechtfertigen können, zaubert man schnell ein weiteres Ass aus dem Ärmel.

Die RFID Erkennung wäre defekt. Im selben Moment ändert man dann auch die Karten im Livestream von Mike Postle und aus einer 8high Hand werden plötzlich die Nuts, also das bestmögliche Pokerblatt.

Hierzu muss man aber wissen wie RFID funktioniert. Jede einzelne Pokerkarte wird mit einem Code versehen, damit das System erkennen kann welches Blatt die Spieler halten und korrekt auf dem Livestream- Bildschirm angezeigt werden kann. Sollte es tatsächlich passiert sein, dass man eine oder mehrere Karten mit einem falschen Code versehen hat, müssten diese Karten über den gesamten Spielverlauf falsch angezeigt werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/RFID

Wie äußert sich das Casino?

Bereits in der Vergangenheit gab es Verdachtsfälle wegen Betruges in einem anderen Fall. Daraufhin leitete das Casino Untersuchungen ein und das Casino gab daraufhin die Meldung heraus gab, dass Live Poker in ihrem Casino absolut sicher sei. Im Fall Mike Postle ermittelt der frühere Staatsanwalt Lipman. Das sehen aber gerade die Kläger als problematisch an.

War es doch Lipman selbst der bereits in der Vergangenheit mit dem Casino in einem anderen Rechtsfall zusammen arbeitete und die Vertretung des Casinos übernahm.

Mittlerweile hat StonesLivePoker den Betrieb eingestellt. Zwar wird weiterhin gepokert, jedoch ohne RFID Kartenerkennung und Live Übertragung.

Was denkt ihr über den Fall Mike Postle? Betrug oder doch der beste Spieler aller Zeiten? Oder eine Aneinanderreihung von unglaublichen Zufällen?

Wir freuen uns mit euch in den Kommentaren darüber zu diskutieren.

Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen will dem sind die Youtube Videos von Doug Polk zu empfehlen.

Wir halten euch natürlich weiter auf dem laufenden und sobald es ein Update gibt werden wir darüber berichten.

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